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Kipp Kipp Hurra
Erneut Investitionen in die Qualitätssteigerung
Der Weinbau wird nicht alle paar Jahre neu erfunden. Eher dreht sich das Rad manchmal wieder ein Stück zurück. Gerade die wieder verstärkte Nutzung der Schwerkraft bei der Weinbereitung ist eher als eine Besinnung auf Altbewährtes zu Sehen.
Die Vergrößerung der Rebfläche der Weinbaubetriebe in Deutschland machte Rationalisierungsmaßnahmen in vielen Bereichen notwendig. Davon blieb auch die Traubenernte, inklusive dem Transport der Trauben ins Weingut, nicht ausgenommen. Die Lese der Trauben mit dem Traubenvollernter, der in vielen Weingütern die Handlese ersetzte, machte es notwendig große Traubenmengen schnell weiterzuverarbeiten. Sehr häufig gelangten dabei die Trauben unter zu Hilfenahme von Pumpen in die Weinpressen. Die Folge vor allem solcher Pumpvorgänge ist eine Belastung für die Struktur der Trauben.
Seitdem die Traube selbst, die Optimierung ihres Reifeprozesses am Rebstock und die Bedeutung des Erhalts ihrer Struktur während der Verarbeitung, in den Mittelpunkt der Betrachtung qualitätsbewusster Winzer gerückt ist, hat auch hier ein Umdenken begonnen. Priorität hat nun eine möglichst schonende Beförderung des Erntegutes nach der Lese.
Im Weingut Montigny wurden in der Vergangenheit viele Schritte in Richtung perfekter Verarbeitung getan. Beginnend mit der selektiven Handlese für alle hochwertigen Weine über die schonende Pressung und Vergärung der Weine. Für die Ernte 2009 sind nun noch einmal große Investitionen getätigt worden. Alle Trauben werden jetzt in einheitlichen kleinen Bütten (800 l Inhalt) aus dem Weinberg in den Keller des Weingutes gebracht. Das neue Kelterhaus ist nun größer dimensioniert und ermöglicht über eine individuell für uns angefertigte Kippvorrichtung das Entleeren dieser Behälter (mittels Schwerkraft) in eine kombinierte Quetsch- und Abbeermaschine. Nach einer Standzeit von einigen Stunden zur Auslaugung von Aroma- und Mineralstoffen bei weißen Trauben bzw. von ein bis vier Wochen für die Maischegärung der roten Trauben können die Trauben in die Presse gekippt werden. Damit ist die Kette best möglicher Traubenverarbeitung von der Traube bis zum Wein geschlossen.
Wir sind gespannt auf die Entwicklung der so gewonnenen 2009er Weine. Spätestens im Frühjahr können wir dann vielleicht rufen: „Kipp Kipp Hurra".